Bereits zum sechsten Mal hatte der Elektro Modell Buggy Club March nach Stäfa eingeladen. Insgesamt waren 144 Fahrzeuge am Start. Das Rekordjahr 2011 konnte damit erneut, wenn auch nur um einen zusätzlichen Starter übertroffen werden. Das Mega Event, welches mit grossem personellem Aufwand durch den EMBCM organisiert wird, ist mittlerweile ein wichtiger Austragungsort der Schweizermeisterschaft Elektro Offroad geworden. Das besondere an Stäfa? Eine gigantische, unglaublich schnell zu fahrende Teppichpiste und eine riesige Anzahl Zuschauer, welche die Tribünen zum Zeitpunkt der Finalläufe beinahe komplett ausfüllte. Was für ein Hexenkessel. Der Event ist mittlerweile so bekannt, dass sogar ein echter Formel 1 Pilot in Person von Nick Heidfeld im Publikum aufgetaucht ist. Im kurzen Interview mit Rennkommentator Roger Bracher zeigte sich Nick Heidfeld richtig begeistert von so viel packender Rennaction im Massstab 1:10. Unverändert gut war die Arbeit der engagierten Festwirtschaftscrew, welche dem Ansturm an Gästen stets freundlich und sehr schnell begegnete. Das breite Angebot an Speisen liess dabei wenige Wünsche offen. Adrenalin und Action Das erste Rennen der Saison ist stets verbunden mit zahlreichen Emotionen und gilt für viele als Barometer für die ganze Saison. Spannend war es auch zu sehen, welche technischen Neuerungen des vergangenen Winters den Weg in das ein oder andere Fahrzeugkonzept der Top zwanzig Piloten gefunden hatte. Deutlich sichtbar war die Wirkung moderner „Boost-“ Funktionen der Fahrtenregler welche die Fahrzeuge erneut schneller über die 40 Meter lange Gerade der Strecke zu katapultieren vermochte als im Jahr zuvor. Wenig erstaunlich, dass am Ende nicht jeder Regler diese Tortur schadlos überstand.
Erfreulicherweise fanden einige neue Fahrer den Weg in die Standardkategorie. Dank identischer Fahrtenregler und Motoren waren alle Fahrzeuge vom Speed her gleich schnell und somit war für Chancengleichheit auf der Fahrzeugseite gesorgt. Die fahrerischen Qualitäten mussten also einen Entscheid herbeiführen. Am Ende am besten mit der Strecke zurechtgekommen ist Patrick Kölliker vor Alessio Rohner und Sina Zbinden auf dem dritten Rang.
Erstmals starteten in der Monsterkategorie auch Short Course Trucks. Durch diese Neuerung konnten auch 2012 zusätzliche Fahrer mobilisiert werden. Erstaunlicherweise waren die klassischen Monstertrucks in der Überzahl, was gegenüber den Erfahrungszahlen aus dem vergangen Jahr eher überraschte. Am Ende siegte Thomas Oberkofler vor Pascal Käppeli und Thomas Beuggert.
In der zweitstärksten Kategorie 2WD Expert waren insgesamt 53 Piloten am Start. In den Finalläufen wurde gewohnt hart gekämpft und erneut ist das Feld dichter zusammen gerückt. Besonders intensiv war der Zweikampf zwischen Patrick Hofer und Sven Zünd. Die beiden waren als einzige Piloten in der Lage 18 Runden zu fahren, schenkten sich in den Finalläufen jedoch keinen einzigen Zentimeter. Der mehrfache Schweizermeister Patrick Hofer bewies in der Folge mehr als fairen Sportsgeist. Er erklärte sich nach Finallauf zwei bereit, einen umstrittenen Juryentscheid zu seinen Ungunsten korrigieren zu lassen um den Tagessieg im letzten Finallauf effektiv auf der Strecke auszufahren. Den Frieden innerhalb der Rennjury konnte er damit wiederherstellen, aber am Ende setzte sich sein Kontrahent Sven Zünd auf der Piste durch. Patrick Hofer belegte Rang zwei vor Patrick Vogt auf dem dritten Rang.
Das mit Abstand grösste Fahrerfeld war in der 4WD Expertklasse mit 64 Fahrern am Start. Entsprechend intensiv wurde in den Vorläufen gekämpft, um einen der begehrten A-Finalplätze zu ergattern. Durch die extrem geringen Zeitabstände im Qualifying war jedoch allen klar, dass im Finale noch alles offen war und so wurde die Rangliste am Ende noch gehörig durchgeschüttelt. Sven Zünd setze sich am Ende im dritten Finallauf nach einem atemberaubenden und fairen Überholmanöver durch. Patrick Hofer wurde erneut zweiter vor Patrick Vogt auf Rang drei.
Trendbarometer – Ein Fazit Das erste Rennen der Saison ist tatsächlich in gewisser Weise Barometer für die kommenden Veranstaltungen. Die Limitierung der Anzahl Reifensätze und die selbständige Markierung eben dieser Reifen hat einige Piloten etwas überrascht und vielleicht sogar auf dem linken Fuss erwischt. Schärfere Kontrollen von Fahrzeugen und Reifen führten dann auch insgesamt zu weniger Wohlbefinden im Fahrerlager und auch bei den Rennfunktionären. Paradox, sollte doch eben diese Regel dazu führen, den Spass an der Sache allgemein zu fördern und Kosten für die Piloten zu senken. Hier muss in Zukunft ein Umdenken bei allen Beteiligten stattfinden damit die positiven Aspekte des strengeren Regelwerks vermehrt in den Fokus rücken. Bleibt zu sagen, dass das Rennen in Stäfa ein voller Erfolg gewesen ist und der EMBCM mit der diesjährigen Veranstaltung alle Erwartungen übertroffen hat. Zeitmesser, Rennleiter und die Technische Kontrolle hatten ihre Aufgaben gut gemeistert und einen tollen Event geboten. Weiter so !